Die Menschen hinter der Mission: Charlotte Holke & Helena Zobl

Gute Innovation im Gesundheitswesen beginnt oft nicht mit einer Lösung, sondern mit einer Frage. Und mit Menschen, die bereit sind, ihr nachzugehen: durch Recherche, Gespräche und Bereitschaft, Komplexität zu sehen.

👉 In Teil 5 unserer Serie stellen wir euch zwei Teammitglieder vor, die genau das tun: Charlotte Holke und Helena Zobl.

🔍💡 Charlotte ist Praktikantin im Future Health Lab und unterstützt das Innovations- und Community-Team.

Woran arbeitest du gerade?

Als Masterstudentin im Studiengang Strategische Gestaltung unterstütze ich derzeit das Innovations-Team im Future Health Lab. Besonders spannend finde ich, dass ich sowohl methodisch als auch inhaltlich in verschiedene Innovationsprojekte eingebunden bin und dadurch das Gesundheitssystem aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen darf, mit seinen Herausforderungen und seiner Komplexität, aber auch mit vielen inspirierenden Good-Practice-Beispielen.

Dabei arbeite ich insbesondere mit Recherchen und Design-Research-Methoden an Themen wie Schlafgesundheit, COPD und an einem Präventionsprojekt. Bei diesem unterstütze ich die Auseinandersetzung mit der Fragestellung, wie die Gesundheitsinnovation, die von Konsortialpartnern entwickelt wird, langfristig in die Versorgung integriert und nachhaltig finanziert werden kann.

Was würdest du dir vom Gesundheitssystem der Zukunft wünschen?

Ich wünsche mir ein Gesundheitssystem, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Eines, das Gesundheit stärker präventiv als kurativ denkt. Dafür braucht es aus meiner Sicht mehr Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg und ein gemeinsames Zielbild für Gesundheitsförderung.

Unsere Zeit ist von Krisen und Herausforderungen geprägt: demografischer Wandel, Fachkräftemangel im Gesundheits- und Pflegesektor, mehr chronische Erkrankungen. Deshalb wird es immer wichtiger, Patient:innen als Expert:innen ihrer eigenen Gesundheit ernst zu nehmen. Sie sollen ihre Gesundheit aktiv mitgestalten können. Dafür braucht es vor allem Gesundheitskompetenz und gesundheitliche Chancengleichheit.

Genau darin sehe ich eine große Stärke des Future Health Lab: unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und daraus gemeinsam Innovationen mit Praxisbezug zu entwickeln.

💡📊 Helena ist Innovationsmanagerin im Future Health Lab.

Woran arbeitest du gerade?

Aktuell arbeite ich an mehreren spannenden Projekten, die ganz unterschiedliche Themen und Zielgruppen umfassen. Besonders hervorheben möchte ich zwei davon.

Gemeinsam mit Iris beschäftige ich mich mit der Frage, wie die zukünftige Parkinson-Versorgung in Österreich verbessert werden kann. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich nach dem Studium noch so viele wissenschaftliche Papers zu einem einzigen Thema lesen würde, aber genau das macht das Projekt auch spannend. Durch leitfadengestützte Interviews mit Expert:innen und Betroffenen haben wir bereits viele unterschiedliche Perspektiven gesammelt und jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse zusammenzuführen und konkrete Handlungsfelder für die Zukunft zu entwickeln.

Vor Kurzem durfte ich außerdem mein erstes Projekt als Projektlead übernehmen. Gemeinsam mit Luca und der ÖGK untersuchen wir die Lebenswelt von Menschen, die gerade in Pension gegangen sind. Mithilfe von Umfragen, Interviews und Tagebuchstudien möchten wir besser verstehen, wie diese Lebensphase erlebt wird und welche Bedürfnisse damit verbunden sind. Besonders spannend finde ich dabei, verschiedene Forschungsmethoden miteinander zu kombinieren und daraus ein möglichst umfassendes Bild zu gewinnen.

Neben diesen Projekten gibt es viele weitere abwechslungsreiche Aufgaben, wie beispielsweise die Rekrutierung von Eltern mit Kleinkindern für die Weiterentwicklung der Gesundheitshotline 1450. Gleichzeitig arbeite ich an einem neuen Foresight-Format, das Stakeholder:innen aus dem Gesundheitswesen Futures Thinking und praxisnahe Zukunftsmethoden näherbringen soll.

Wie hat dich deine Arbeit im Future Health Lab persönlich beeinflusst?

Das Gesundheitssystem hat mich schon immer fasziniert, sowohl im Studium als auch darüber hinaus. Umso mehr freue ich mich, heute als Innovationsmanagerin aktiv an seiner Weiterentwicklung mitarbeiten zu können.

Schon davor war mir bewusst, dass das Gesundheitssystem komplex ist, und ich habe mich immer gerne mit Systems Thinking beschäftigt, da ich es super spannend finde, wie unterschiedliche Akteure und Strukturen zusammenwirken. Trotzdem hat mich überrascht, wie viele Beteiligte im österreichischen Gesundheitssystem tatsächlich miteinander vernetzt sind und wie stark ihre Entscheidungen einander beeinflussen. Diese Erfahrung hat meinen Blick auf das Gesundheitssystem nachhaltig verändert: Ich nehme Herausforderungen heute bewusster wahr, sehe aber gleichzeitig auch die Initiativen und vielen engagierten Menschen, die täglich daran arbeiten, Verbesserungen zu schaffen.

Das wirkt sich auch auf meinen Alltag aus, denn selbst Gespräche mit Freunden entwickeln sich heute oft zu spannenden Diskussionen über Gesundheitsthemen und die Zusammenhänge im System. So hat mir beispielsweise ein Freund erzählt, dass er in Luxemburg als Boxtrainer für Menschen mit Parkinson tätig war, ein Angebot, das es in dieser Form in Wien derzeit gar nicht gibt und das mich zum Nachdenken über unterschiedliche Versorgungsansätze gebracht hat.

Außerdem bestätigt mich meine Arbeit immer wieder in der Überzeugung, dass wir gesundheitliche Herausforderungen viel früher mitdenken und präventive Maßnahmen konsequenter und schneller umsetzen sollten.

Neben all den fachlichen Erfahrungen ist für mich aber noch etwas anderes besonders wertvoll: Ich habe im Future Health Lab ein unglaublich tolles Team gefunden. Ich lerne jeden Tag dazu, kann immer mehr Verantwortung übernehmen und mich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln.

👋 Lust auf Austausch?

Charlotte und Helena sorgen mit ihrer Arbeit im Innovationsteam und in der Community dafür, dass aus Fragen und Recherchen im Future Health Lab greifbare Innovationen für das Gesundheitssystem werden. Wenn du mehr über ihre Projekte erfahren oder dich vernetzen willst, freuen sie sich auf deine Nachricht.

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